Sea Gypsies
moken-picture by the mergui archipelago project Die ältesten und interessantesten Bewohner von Phuket sind die Sea Gypsies, oder Chao Le in thailändischer Sprache. (Chao = Volk; Le = aus Thale = Meer). Sie lassen sich in einer Bucht nieder bis alle Ressourcen aufgebraucht sind und ziehen dann weiter zu einer anderen Bucht und geben so der Natur Zeit sich zu erholen. Es gibt keine geschriebene Geschichte über ihren Ursprung und ihre Kultur. Das einzige was wir wissen ist, dass sie als Nomaden lebten - ohne festen Wohnsitz und ohne Schreibutensilien. Einige sagen, sie kommen aus den ehemaligen Kolonien Malaysias und flohen vor der muslimischen Invasion aus Burma. Andere sagen sie würden von den indischen Veden abstammen. Die Sea Gypsies sind in drei ethnische Gruppen gespalten - die Moken, Moklen und Urak Lawoi - die alle unterschiedliche Sprachen sprechen. Während die Moken noch als Nomaden leben, vor allem in den nördlichen Inseln von Phuket, haben sich die Moklen und Urak Lawoi an der Küste von Phuket niedergelassen. Inzwischen gibt es drei Siedlungen auf Phuket. Die älteste ist in Rawai und wird häufig von Touristen besucht. Eine weitere ist 8 Km nördlich von Phuket Stadt in der Saphan Bay und die dritte ist auf der Sire Insel die durch eine Brücke mit Phuket verbunden ist. Bis jetzt arbeiten sie noch immer als Fischer oder Perlentaucher und einige sammeln Vogelnester, die eine Delikatesse für Vogelnestsuppe sind. Sonstige Erträge stammt von Touristen die täglich ihre Dörfer besuchen. moken-picture by the mergui archipelago project

Heute haben sie ihre eigene Sprache und eigene Religion - den Animismus. Die Legenden sagen sie brachten ihre Toten zu sogenannten "Toten Inseln" wo ihre Seelen ewig leben. Zweimal im Jahr feiern sie das wichtigste Ritual des Animismus, das "Loy Ruea"-Festival. Kleine Holzboote werden ins Meer getragen und enthalten Geschenke wie Fingernägel, Haare und Miniatur-Waffen um die Geister des Meeres und die Seelen der Toten zu befriedigen, damit die Sea Gypsies in Frieden und glücklich leben können.
Ein weiterer Höhepunkt in ihrem Leben ist die jährliche Jagd auf Meeresschildkröten um ihr Fleisch zu essen. Die Legende besagt dass eine Frau der Seenomaden sich in eine Meeresschildkröte verwandelte, aber mit menschlichem Antlitz. Seitdem verehren die Chao Le die Meeresschildkröten als Schwestern der Menschheit. Und nur bei diesem Festival dürfen sie gejagt und gegessen werden.
Für ihr tägliches Leben benutzen die Chao Le kaum Geld - sie tauschen einfach Mineralien, Muscheln, Austern oder Schlangen gegen andere Dinge die sie brauchen. Wenn sie Zugang zu Geld erhalten kaufen sie davon Reis, Eier Süßigkeiten oder Tabak. Die Siedlungen der Sea Gypsies bieten einen Einblick in eine alte Kultur - frei, bunt, ohne Kriminalität und Polizei - und jeder ist herzlich willkommen für einen kleinen Plausch, eine Partie Billard oder um einen Fisch oder einige ihrer Handarbeiten zu kaufen.

 

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